Fahrradausflug nach Schleife vom 03.10.07

 

Die Kreisverbände des vielleicht zukünftiges Großkreises Görlitz haben den vergangenen Tag der deutschen Einheit dazu genutzt, sich näher mit dem Problem der drohenden Zersiedelung der Sorben im Kirchspiel Schleife zu beschäftigen. Zu diesem Zweck trafen wir uns zu einer Fahrradtour.

Dabei waren aus Görlitz die Vorstände Gottfried Semmling und Albrecht Naumann, von der vor kurzem gegründeten Grünen Jugend Ostsachsen Stephan Meier und aus dem Landesvorstand Frank von Woedtke mit seiner Lebensgefährtin. Löbau-Zittau war mit dem Verkehrspolitische Sprecher Matthias Böhm vertreten. Von der Landesgeschäftsstelle war Uwe Lehmann dabei.

Die Tour begann zunächst mit einer Zugfahrt nach Weißwasser. Dort am Bahnhof wurden wir bereits von einer Ortskundigen Frau vom Sorbischen Kulturzentrum Schleife empfangen, welche uns mit dem Fahrrad an unsere Ziele führte.

Der ersten 6 Kilometer unserer Tour waren die zum Tagebau Nochten. Es ging also zuerst durch Weißwasser an den Rand der Stadt, wo uns auch schon ein gigantisches Loch das Ausmaß der Landschaftszerstörung bewusst machte.

An den Informationstafeln des Tagebau Nochten erklärte uns Manfred Hermasch, was nun genau von Vattenfall geplant sei. Hermasch ist neben anderen Positionen auch Mitglied im Rat für sorbische Angelegenheiten des Sächsischen Landtages und war somit ein kompetenter Gesprächspartner.

Vom Tagebau aus fuhren wir dann 12,5 Kilometer in den Ort Rohne. Das ist ein Dorf, das sich genau in dem Gebiet befindet, wo in Zukunft Kohle abgebaut werden soll. Welche kulturellen Schätze so verloren gehen würden, ließen wir uns auf dem dortigen Njepila Hof zeigen.

Der Njepila Hof ist ein traditisongerecht hergerichteter Hof des sorbischen Bauern Njepila und gab uns einen besonderen Einblick in die Kultur des einzigartigen Ethnikums der Schleifer Sorben zwischen Bautzen und Spreewald und in das Landleben der sorbischen Dörfer im 18. Jahrhundert.
Wir verbrachten etwa eine Stunde auf dem Hof und ließen uns alles zeigen und erklären.

Bevor wir uns zur nächsten Station aufmachten, gab es erst einmal eine kleine Mittagspause.

Danach waren die 3,5 Kilometer nach Schleife auch kein Problem mehr. In Schleife wurden wir schon im sorbischen Kulturzentrum erwartet, weil wir durch unsere Pause schon etwas zu spät dran waren :-).

Dort haben wir in dem Standesamt Platz genommen und man hat uns dann ganz genau erklärt, wer welche Tracht wann trägt und was es mit der Kunst des Eierverzierens auf sich hat. Auch welche Besonderheiten die jeweiligen Dörfer aufweisen, was das Ausleben der sorbischen Kultur betrifft, wurde uns nahe gebracht.

Nach dem Vortrag ging es zu einem Gespräch mit Vertretern der sorbischen Minderheit, unter anderen wieder Herr Hermasch. Uns wurden noch einmal die Pläne von Vattenfall anhand von Material und Karten gezeigt und wir haben unsere Hilfe angeboten. Ein Problem besteht nur darin, dass die Sorben sich selbst untereinander manchmal nicht einig sind.

Um 15 Uhr ging es dann auch schon in Richtung Bahnhof in Schleife, um unsere Rad- und Zugtour zu beenden.