Hochwasserschutz im Bereich der Neiße

August und September 2010: Zweimal Hochwasseralarm an der Neiße. Das Septemberhochwasser baute sich langsam auf, blieb meist unter den Deichkronen und die Alarmierung gefährdeter Bürger und Einrichtungen funktionierte. 

Beim Augusthochwasser dagegen „öffnete der Himmel seine Schleusentore“. Kleine Bäche durch Großschönau, Bertsdorf, Olbersdorf, Chrastava und Bogatynia wurden zu reißenden Flüssen. Mandau und Neiße konnten die Wassermassen nicht aufnehmen, die bis zu 2 Meter hoch über die Deiche ins Umland flossen und so große Teile von Hirschfelde, Ostritz, Hagenwerder, aber auch von Hradek und Zittau-Ost überschwemmten.

Der Hochwasserschutz, die Mess-, Warn- und Alarmsysteme waren auf ein solches Unwetter nicht ausgerichtet. Maßstab war das statistische „Jahrhunderthochwasser“, erreicht wurden jedoch die „200–500-Jahreswerte“.

Daraus ergeben sich folgende Fragen:

  • Warum wurden weder die Erfahrungen aus dem letzten vergleichbaren Hochwasser von 1897 noch aus den Elbe- und Oder-Hochwassern bei der Neiße berücksichtigt? 
  • Ist ein Hochwasserschutz gegen solches Hochwasser überhaupt möglich? 
  • Müssen Wohngebiete evakuiert werden? 
  • Müssen Straßenbauvorhaben und Unternehmensansiedlungen überdacht werden?
  • Gefährden Bäume den Hochwasserschutz?
  • Wie lassen sich Alarmierung und Rettung verbessern?

Darüber will die grüne Landtagsfraktion am Freitag, den 14. Januar, 17:00 Uhr in der "Alten Wäscherei" (Engemann Service) in Hirschfelde-Rosenthal, Neißtalweg 5, mit betroffenen und interessierten Bürgern, sowie mit Prof. Martin Socher, Referatsleiter des Sächsischen Umweltministeriums, Gisela Kallenbach, umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion; Vertreter der Landestalsperrenverwaltung und der Stadt Zittau und Horst Schiermeyer, klimapolitischer Sprecher des Kreisverbandes Görlitz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, diskutieren.