Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Neue Energie in Bürgerhand" fanden mehrere Veranstaltungen in der Region statt. Hier finden Sie alle Berichte gesammelt vor:

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„Neue Energie in Bürgerhand“

Freitag, 01. Juli 2011
von Gottfried Semmling

Filmvorführung in der Theaterscheune im Rietschener Erlichthof am 21.06.2011

Im Landkreis Görlitz wurde erstmalig der Kurzfilm „Neue Energie in Bürgerhand“ aufgeführt. Dieser entstand im Auftrag der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.  

Stephan Kühn, der Verkehrspolitische Sprecher und Verantwortlicher für den Aufbau Ost der Bundestagsfraktion, hatte maßgeblichen Anteil an dessen Entstehung.

Der 30 Minuten dauernde Film zeigt anhand von Beispielen in drei Gemeinden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern, wie Kommunen Konzepte für die Energieversorgung ihrer eigenen Einrichtungen und die ihrer Bürger entwickeln und verwirklichen.

Die Möglichkeiten der Nutzung Erneuerbarer Energien sind vielfältig. So nutzt die Gemeinde Zschadraß in Sachsen ein Holzhackschnitzelheizwerk als Fernwärmesystem, um ihre Einrichtungen mit Wärme und Warmwasser zu versorgen. Dabei spart die Gemeinde jährlich 20.000 € gegenüber der herkömmlichen Gasheizung und die Wertschöpfung erfolgt vor Ort. Davon profitieren Firmen und Verwaltung.

Die technischen Möglichkeiten sind nahezu unerschöpflich. Eine Vielzahl von hochentwickelten Technologien stehen parat, von Photovoltaik über die Nutzung der Windkraft, Wärmepumpen, Heizungen mit nachwachsenden Rohstoffen, die mit kleinen Generatoren zur Stromerzeugung (Blockheizkraftwerke) gekoppelt und Biogasanlagen - vieles ist möglich. Noch wird viel zu wenig davon Gebrauch gemacht.

Nicht von ungefähr hat sich der Kreisverband Görlitz von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rietschen als ersten Aufführungsort ausgewählt. Auch hier nehmen die Bürger Einfluss auf die Energieerzeugung in ihrem Ort. Sie verbessern die CO2-Bilanz ihrer Gemeinde und unterstützen damit den Klimaschutz.  

So entsteht momentan bereits eine zweite von Bürgern des Ortes finanzierte Photovoltaikanlage. Im Ortsteil Daubitz ist eine Fernheizung auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe geplant.

An die Vorführung des Films schloss sich eine Podiumsdiskussion an. Im Podium saßen Bürgermeister Ralf Brehmer, der Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn, Helmut Perk von der Grontmij GmbH Rietschen und Michael Krenz vom Kreisvorstand der Grünen, der auch durch den Abend führte. In der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass es von der Idee einer Anlage bis zur Ausführung oft ein langer Weg ist. In Rietschen gelang es, die beiden Bürgersolaranlagen ohne große Kredite zu finanzieren. Wichtig waren die kompetente Beratung und Begleitung der Baumaßnahme. Die Rietschener Bürger hatten hier mit der Grontmij GmbH einen guten Partner. Dass es sich in Rietschen nicht um ein Strohfeuer handelt, zeigt, dass die zweite Anlage in Kürze übergeben wird und die Planung für die Fernheizung in Daubitz immer konkreter wird.