Frank von Woedtke

Nach wissenschaftlichen Ausbildungen an der Technischen Universität Dresden und der Universität Rostock bin ich seit 1997 in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig, heute als Dozent für politische Bildung an der Zivildienstschule Schleife.

Ich bin seit 2002 bündnisgrünes Parteimitglied und bekam durch die Wählerinnen und Wähler 2004 erstmals das Mandat für den Kreistag Löbau-Zittau erteilt, 2008 dann für den Kreistag Görlitz.

Ich bin evangelischer Christ und schätze mich selbst als integere Persönlichkeit ein. Was Nuancen in den Mentalitäten der Oberlausitzer und Niederschlesier sowie ihre geografischen Identitäten anbetrifft, kann ich im Landkreis Görlitz integrativ wirken: Ich bin in Görlitz geboren und aufgewachsen und wohne jetzt wieder hier, habe über 15 Jahre im ehemaligen Landkreis Löbau-Zittau gelebt und gearbeitet, dort politische Verwaltungserfahrungen und Kompetenzen gesammelt, auch war ich und bin ich seit vielen Jahren im ehemaligen Niederschlesischen Oberlausitzkreis tätig.

Die inhaltlichen Schwerpunkte meiner politischen Arbeit sind vielfältiger Natur. Ich sehe mich als Generalist, d.h. ich betrachte die regionale Entwicklung im Landkreis von einem ganzheitlichen Ansatz aus und bemühe mich, alle damit zusammenhängenden Facetten – Ökologie und Wirtschaft, Kultur und Soziales – zu berücksichtigen und in meine politischen Entscheidungen einzubeziehen. Ein besonderes Augenmerk lege ich dabei auf die Zusammenarbeit mit unseren polnischen und tschechischen Nachbarn in der Euroregion Neiße und die Profilierung des Landkreises als weltoffen und tolerant. In der regionalen Ökonomie sehe ich einen „green new deal“ insbesondere in einer nachhaltigen Energie- und Landwirtschaft. Im Bereich der erneuerbaren Energien und der nachwachsenden Rohstoffe sind noch lange nicht unsere Potenziale ausgeschöpft. Hier können viele neue Arbeitsplätze entstehen.

Prof. Dr. Joachim Schulze

Biographisches:
Ich bin Jahrgang 1952. Geboren und aufgewachsen in Gütersloh in Ostwestfalen – in der Stadt, aus der u.a. die Miele-Waschmaschinen kommen und in der der Bertelsmann-Konzern seinen Stammsitz hat. Mütterlicherseits stammt die Familie aus dem holländisch-westfälischen Grenzgebiet. Es waren Leineweber, später auch Eisenbahner. Väterlicherseits habe ich Wurzeln ganz in der Nähe: in Wurbis bei Bautzen. Mein Urgroßvater war Bahnwärter in Obervogelgesang an der Bahnstrecke nach Königstein und mein Vater ist Dresdner. Die Oberlausitz und insbesondere die Stadt Görlitz sind mir zu neuen Heimat geworden. Ich bin gerne hier und lebe in netter Nachbarschaft in der Nikolaivorstadt in Görlitz.

Als „anerkannter“ Kriegsdienstverweigerer habe ich nach dem Abitur Zivildienst in einer bekannten diakonischen Einrichtung (Bethel bei Bielefeld) geleistet. Während des Studiums bekam ich Kontakt zur entstehenden Ökologiebewegung und habe mich dort – insbesondere in der Auseinandersetzung um die Atomkraft – engagiert.

Nach dem Studienabschluß als Diplom-Pädagoge mit Schwerpunkt Bildungsplanung/ Bildungsökonomie habe ich von 1979 bis 1984 im Jugendamt und Sozialamt der Stadt Hamm im Ruhrgebiet als Projektkoordinator und Jugendhilfeplaner gearbeitet. Es folgten 10 Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem Forschungsinstitut der Universität Dortmund. 1994-1995 hatte ich eine Vertretungsprofessur für Erziehungswissenschaften an der FH Lausitz in Cottbus inne.

Seit März 1995 bin ich in Görlitz als Professor für Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule Zittau/Görlitz tätig. Zwei Amtszeiten als Dekan des Fachbereiches gaben mir Gelegenheit, wertvolle Erfahrungen mit Hochschulpolitik zu sammeln. Mein Beruf ermöglicht mir, mich insbesondere auch mit Sozialen Problemen und deren Lösung zu befassen.

Meine Berufsbiografie sieht glatter aus, als sie war: ich habe 1979 bis1995 von befristeten Beschäftigungsverhältnissen gelebt, eine so genannte ABM-Karriere hinter mich gebracht und war fast zwei Jahre lang arbeitslos. Das vergesse ich nicht und betrachte meine heutige sichere Position als Landesbeamter in besonderer Weise als Privileg und Verpflichtung. Studieren konnte ich nur, weil ich BAFöG bekam und so zusammen mit verschiedenen Jobs sorgenfrei und mit überschaubaren BAFöG-Schulden leben konnte.

1979 wurde ich Mitglied einer DGB-Gewerkschaft, zunächst in der ÖTV, später und bis heute in der GEW. Seit einigen Jahren trage ich als Vertrauensdozent der Hans Böckler Stiftung des DGB mit dazu bei, dass begabte und engagierte Studierende materiell und ideell gefördert werden können. Seit zwei Jahren übe ich eine ähnliche Funktion in der grünen Heinrich-Böll-Stiftung aus.

Sie sehen, mich beschäftigen stark die sozialen Probleme und die Bildungsfragen. Meine Fachkenntnisse über Soziale Fragen, Sozialplanung, Regionalentwicklung und Kulturarbeit will ich in wahrgenommener Verantwortung im Feld der Politik einbringen. Wie schon bei der letzten Bundestagswahl als hiesiger Direktkandidat jetzt also im Kreistag des Landkreises Görlitz.

Statement:
„Soziale Kommunalpolitik“ ist die neue anspruchsvolle Entwicklungsaufgabe. Sie geht über die traditionelle „Kommunale Sozialpolitik“, die sich vor allem an Menschen mit Benachteiligungen wendet, weit hinaus: als Querschnittspolitik („Social Mainstreaming“) hat sie den Anspruch, alle Entscheidungen aller kommunalen Tätigkeitsbereiche darauf hin zu prüfen, ob sie der schrittweise zu erreichenden Verbesserung der Lebensqualität aller Menschen im Zuständigkeitsbereich dient und soziale Spaltung und Segregationstendenzen abbaut oder verhindert. Ein Beitrag dazu können „Sozialkonferenzen“ sein, die als kontinuierliches Beobachtungs-, Austausch- und Kooperationsgremium von Politik, Öffentlichkeit, Institutionen und Zivilgesellschaft fungieren. Wir bündnisgrünen Kreisräte werden auf die Entwicklung einer "Sozialen Kommunalpolitik"“ im Landkreis Görlitz hinwirken und auf den Aufbau eines Systems von kreisumfassenden und lokalen Sozialkonferenzen.