Kiesabbau in Hagenwerder

Montag, 1. Februar 2010

Prof. Dr. Joachim Schulze

Die Landesdirektion Dresden befürwortet mit bestimmten Einschränkungen für 40 Jahre den Kiesabbau am Ostrand des Berzdorfer Sees zwischen Görlitz und Hagenwerder. 

"Dies ist ein Schlag ins Gesicht aller Menschen in der Region, die sich mit viel Herzblut und guten Ideen für eine Entwicklung unseres Sees zu einer Freizeit- und Erholungslandschaft einsetzen" sagt Stadtrat Joachim Schulze, der als einer der Vertreter der Stadt Görlitz im Planungsverband Berzdorfer See aktiv ist.

Die Landesdirektion setze sich damit über die Interessen der unmittelbar betroffenen Men-schen in Hagenwerder hinweg und missachte die im letzten Jahr vorgebrachten Einsprüche der Stadt Görlitz und des Planungsverbandes. Bekanntlich hätten sich auch Christian Puppe von der IHK, Wirtschaftsförderer Lutz Thielemann, die Gemeinden Schönau-Berzdorf und Markersdorf sowie die CDU und die GRÜNEN im vergangenen Sommer gegen den Kiesabbau ausgesprochen.

"Für 150 Tausend Tonnen Kies im Jahr zerstört Dresden alle Perspektiven einer von uns zu ermutigenden Tourismuswirtschaft. 40 Jahre lang ein Blick auf Förderanlagen und Krach von Baggern sind ein wirksamer Investorenschreck. Wir sind keine billige Rohstoffkolonie" so Schulze weiter.

Die Görlitzer Grünen erwarten eindeutige Reaktionen der betroffenen Kommunen, des Planungsverbandes Berzdorfer See und des Regionalen Planungsverbandes und wollen mit ihren Vertretern in diesen Gremien alle rechtsstaatlichen Mittel zu Verhinderung des Kiesabbaus nutzen. Die um Elisabeth Barthel gegründete Bürgerinitiative könne bei Bedarf mit Unterstützung rechnen.

Letztlich seien alle betroffen, die am See Erholung suchen oder eine wirtschaftliche Per-spektive. Neben der nachhaltigen Störung der Entwicklung des Berzdorfer Sees sei ausserdem zu erwarten, dass erforderliche Renaturierungskosten nach dem Kiesabbau auf die Allgemeinheit abgewälzt würden. "Auch die bislang an den See geflossenen Steuergelder sind verbrannte Millionen, wenn der Kiesabbau nicht verhindert wird" so Schulze abschliessend.