Alternative Wege durch die Zittauer Innenstadt

Zittauer Stadtratsfraktionen ZKM und SPD / BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN entwickeln neue Ideen für Verkehrskonzept

Stadtrat Matthias Böhm

In gemeinsamen Sitzungen haben sich Mitglieder der Fraktionen Zittau kann mehr e.V. und SPD / BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN intensiv mit den derzeitigen Planungen für das zukünftige Verkehrskonzept zur historischen Innenstadt von Zittau befasst. Insbesondere sollten auch von Bürgerinnen und Bürgern geäußerte Wünsche und Anregungen, wie beispielsweise in der Informationsveranstaltung der Stadt Zittau vom 20.04.2016, aufgegriffen werden. Die Diskussionen waren hierbei von dem Willen geprägt, Ansätze möglicher alternativer Planungen ohne Denkverbote zu erörtern und eine Umsetzbarkeit offen zu prüfen.

Thomas Schwitzky, Vorsitzender der Fraktion Zittau kann mehr e.V., wünscht sich: „Es wird seitens unserer beiden Fraktionen ausdrücklich dafür geworben, die Diskussion in diesem Bereich zu versachlichen und alternative Vorschläge nicht pauschal in Misskredit zu bringen.“ Als Beitrag auf der Suche nach einer die Interessen der Bevölkerung, der Innenstadthändlerschaft als auch der Touristinnen und Touristen in Ausgleich bringenden Lösung wurden u.a. nachfolgend angeführte Positionen entwickelt:

Parkleitsystem ist zu verbessern

Es soll eine Mischform aus einem dynamischen und einem statischen Parkleitsystem befördert werden. Alle größeren Parkplätze in der Innenstadt müssen zwingend über ein Parkleitsystem erkennbar und erreichbar sein.

Über eine stufenweise Erweiterung ist das dynamische Parkleitsystem auszubauen. Der weitere Ausbau sollte hierbei bei dem Parkhaus in der Pfarrstraße und dem Parkplatz Baderstr. (Uhreninsel) ansetzen. So soll unnötiger Parksuchverkehr vermieden werden und die vorhandenen Stellplätze optimaler ausgenutzt werden – bevor in den weiteren Neubau von Parkplätzen investiert wird.

Gegenläufige Fahrtrichtung in der Inneren Weberstraße und der Reichenberger Str.

Es wird für die Einrichtung einer „Magistrale“ durch die Innenstadt im Zweirichtungsverkehr geworben. So sollte über die Innere Weberstraße – Südfahrbahn am Markt – Südfahrbahn Rathausplatz – Reichenberger Str. – Ottokarplatz ein gegenläufiger Verkehr ermöglicht werden. Hierbei ist seitenversetztes Parken (wie bereits derzeit in der Inneren Weberstr. gehandhabt) zuzulassen, um sowohl die Erreichbarkeit von Geschäften durch Parken auf den jeweiligen Straßen zu ermöglichen als auch Lücken für Fahrzeugbegegnungen zu schaffen.

Der bündnisgrüne Verkehrsexperte, Stadtrat Matthias Böhm, erklärt: „Mit dieser Magistrale wollen wir keine Verkehrsschneise durch die Innenstadt schlagen, sondern die gewünschte verbesserte Erreichbarkeit der tangierten Geschäfte ermöglichen. Ähnlich wie in der schmalen Lindenstr. könnte durch den Gegenverkehr hier eine gezielte Entschleunigung erreicht werden.“ Alternative/ergänzende Möglichkeiten wären die Einbindung der Albertstraße und/oder der Brüderstraße in diese Magistrale.

Neuordnung des Stadtbus-Systems mit Innenstadtbedienung

Es wird dafür geworben, die vorhandenen 3 Stadtbuslinien zu Durchmesserlinien umzugestalten. Hierbei sollte es eine Rendezvous-Haltestelle (Verknüpfungspunkt) auf dem Rathauspl. unter Einsatz von Midi-Bussen (nur 8 m lang) geben.

„Hierüber könnte eine deutlich verbesserte Erreichbarkeit der Innenstadt gerade für ältere Menschen aber auch für diejenigen erzielt werden, die nicht über ein eigenes Kfz verfügen, aber gleichwohl gern Einkäufe erledigen oder sonst am kulturellen Leben in der Innenstadt teilnehmen möchten. Durch die Einsparung von zeitraubenden Ring- und Schlaufenfahrten der Stadtbusse wird das Angebot zudem attraktiver und übersichtlicher. Dies könnte auch Autofahrerinnen und Autofahrer zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen“, ist sich Böhm sicher.

Schwitzky betont: „Wir werben für diese Positionen und sehen einer konstruktiven Diskussion dazu gern entgegen.“