B'90-GRÜNE Zittau: MANDAUKASERNE ZURÜCK AN DEN FREISTAAT ?

Zittaus Bündnisgrüne haben am 12. Dez. die Zukunft der Mandaukaserne diskutiert. Beteiligen sich die einen Grünen aktiv an der Notsicherung des Denkmals, fürchten die anderen, dass das 26-Millionen-Euro-Vorhaben nur mit starker städtischer Beteiligung umgesetzt werden könnte, die dann wiederum für die Innenstadtentwicklung fehlt. Einig sind sich die Grünen, dass ein Erhalt dieses imposanten Gebäudes schon sinnvoll wäre, wenn dies nicht zu Lasten anderer wichtiger Vorhaben der Stadt geht.

Zittaus Bündnisgrüne haben am 12. Dez. die Zukunft der Mandaukaserne diskutiert. Beteiligen sich die einen Grünen aktiv an der Notsicherung des Denkmals, fürchten die anderen, dass das 26-Millionen-Euro-Vorhaben nur mit starker städtischer Beteiligung umgesetzt werden könnte, die dann wiederum für die Innenstadtentwicklung fehlt. Einig sind sich die Grünen, dass ein Erhalt dieses imposanten Gebäudes schon sinnvoll wäre, wenn dies nicht zu Lasten anderer wichtiger Vorhaben der Stadt geht.

Skeptisch sind die Grünen bezüglich der jetzt vorgelegten Skizzen für ein Nutzungskonzept. "Eine neue Turnhalle wird doch an der Weinauschule viel dringender gebraucht als im Süden der Stadt, wo es schon 5 größere und kleinere Turnhallen gibt", meint Vorstandssprecher Horst Schiermeyer. Auch der Bedarf für Kletterhalle, Hotel und Büroräume wird bezweifelt. Stadtrat Matthias Böhm ist optimistischer und verweist auf Kooperationsmöglichkeiten mit der Hochschule. Dies veranlasst Schiermeyer zu dem Hinweis, dass ja nach dem Denkmalschutzgesetz nicht nur die Gemeinde sondern auch der Freistaat Sachen ein Vorkaufsrecht für "Denkmale mit überörtlicher Bedeutung" habe. In § 1 Denkmalschutzgesetz heiße es zudem eindeutig:

(1) Denkmalschutz und Denkmalpflege haben die Aufgabe, die Kulturdenkmale zu schützen und zu pflegen, ….

(2) Diese Aufgabe wird vom Freistaat Sachsen und im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit von den Gemeinden und den Landkreisen erfüllt. …

Schiermeyer, der auch kommunalrechtlich tätig ist, versteht dies so: "Das Gesetz geht davon aus, dass der Freistaat immer in der Lage ist, seine Denkmalschutzverpflichtung zu erfüllen, während dies bei den Gemeinden und Kreisen von ihrer Leistungsfähigkeit abhängt," die aber bei der Haushaltslage der Stadt keinesfalls gegeben sei. Dazu komme, dass der Freistaat als Alteigentümer seine Pflicht gröblich verletzt habe, dies Denkmal „pfleglich zu behandeln, im Rahmen des Zumutbaren denkmalgerecht zu erhalten und vor Gefährdung zu schützen“ und es stattdessen in eine Auktion gegeben hat.

Die oberste Denkmalschützerin des Freistaates Frau Prof. Pohlack hatte sich in den vergangenen Monaten intensiv für den Erhalt der ehemaligen Königlich-Sächsischen Mandaukaserne eingesetzt. All das zeige: "Hier ist vorrangig der Freistaat gefragt und nicht die Stadt", so Schiermeyer. Ob ein Umzug von Haus 7 der Hochschule aus dem alten Armeegelände in die Mandaukaserne sinnvoll wäre, fragt sich Co-Sprecher Philipp Schwarzbach. Das wäre im Sinne des Stadtentwicklungskonzeptes, meint Stadtrat Böhm, wonach die Gebäude im alten Armeegelände für eine Frischluftschneise entfernt werden sollen.

Die Mandaukaserne als Hochschulstandort wäre doch eine sinnvolle Idee, sind sich alle einig.