Bildungsmonitor 2014 - GRÜNE: Ökonomischer Blick auf Bildung dominiert. Hermenau: 'Spitzenposition' ist kein Anlass, sich zufrieden zurückzulehnen

Dresden. Zu den Ergebnissen des Bildungsmonitors 2014 erklärt Antje Hermenau, Spitzenkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

 

"Es scheint zunächst erfreulich, dass Sachsen zum wiederholten Mal seine Spitzenposition beim Bildungsmonitor behaupten konnte. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass dies in vielerlei Hinsicht kein Anlass sein kann, sich zufrieden zurückzulehnen."

Antje Hermenau, MdL

Dresden. Zu den Ergebnissen des Bildungsmonitors 2014 erklärt Antje Hermenau, Spitzenkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

"Es scheint zunächst erfreulich, dass Sachsen zum wiederholten Mal seine Spitzenposition beim Bildungsmonitor behaupten konnte. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass dies in vielerlei Hinsicht kein Anlass sein kann, sich zufrieden zurückzulehnen."

"Der Bildungsmonitor wird im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln publiziert. Er zeigt lediglich, welchen Beitrag das Bildungssystem eines Bundeslandes zum Wachstum der Wirtschaft leistet. Es ist tollkühn, wenn Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) aufgrund dieser Studie voller Fehlstellen verkündet, Sachsen hätte das beste Bildungssystem in Deutschland."

"Die Schulqualität beim Bildungsmonitor wird anhand von Lernergebnissen, nicht Lernprozessen gemessen. Der Indikator Integration bildet u.a. die Schulabbrecherquote sowie die Abiturientenquote von Ausländern ab. Da Sachsen einen Ausländeranteil von unter drei Prozent hat, ist es mit westdeutschen Flächenländern oder den Stadtstaaten an dieser Stelle kaum vergleichbar. Auffällig ist, dass selbst unter solchen, eher leichten Bedingungen die Schulabbrecherquote in Sachsen immer noch bei rund zehn Prozent liegt."

"Will Sachsen Spitzenplätze in Umfragen halten, brauchen die sächsischen Schulen bis 2020 10.000 neue Lehrerinnen und Lehrer mit guter fachlicher Qualifikation, anstatt immer mehr Assistenz- und Aushilfskräfte. Gerade die hohe fachliche Qualifikation der Lehrerinnen und Lehrer galt lange als Schlüssel für die bisherigen Erfolge. Die Staatsregierung - nicht nur die amtierende - hat es über Jahre versäumt, die Lehrerausbildung in Umfang und Qualität zukunftsfest zu gestalten. Solche Systemfehler sind nicht kurzfristig zu beheben. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen haben daher im Frühjahr ein Lehrerbildungsgesetz in den Sächsischen Landtag eingebracht, um langfristig nachzusteuern."


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