Bündnisgrüne Alternativen zu Bahnkürzungen, Wird die Oberlausitz schleichend abgekoppelt?

Neben einer Tariferhöhung zum 01.08.2013 beschloss die Verbandsversammlung des Zweckverbands Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) Anfang März auch Kürzungen im Bahnfahrplan. Auch wenn es jeweils nur um einzelne Züge oder Verkehrstage geht, wird das Gesamtsystem des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) unattraktiver.

 

„Mit dem Ausdünnen des Fahrplans zwischen Bischofswerda und Görlitz am Wochenende wird das positive Konzept eines Taktfahrplans weiter konterkariert. Man braucht sich beim Taktfahrplan nur die Abfahrtsminute seines Zuges merken, da täglich ein stündliches Angebot besteht. Künftig muss nun doch wieder in den Fahrplan gesehen werden“, klagt Jens Bitzka, Sprecher des bündnisgrünen Kreisverbands Bautzen. Seine Landtagsfraktion arbeitet an einer Konzeption, alle Orte in Sachsen mit Zug, Bus oder sog. alternativen Bedienformen mindestens im Stundentakt zu bedienen. Die vorhandenen Bundesmittel für den ÖPNV würden für diese zukunftsweisende Strategie ausreichen, der Freistaat Sachsen müsste die Mittel lediglich entsprechend ihres eigentlichen Verwendungszwecks einsetzen.

Bündnisgrüne Alternativen zu Bahnkürzungen

Wird die Oberlausitz schleichend abgekoppelt?

 

Neben einer Tariferhöhung zum 01.08.2013 beschloss die Verbandsversammlung des Zweckverbands Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) Anfang März auch Kürzungen im Bahnfahrplan. Auch wenn es jeweils nur um einzelne Züge oder Verkehrstage geht, wird das Gesamtsystem des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) unattraktiver.

 

„Mit dem Ausdünnen des Fahrplans zwischen Bischofswerda und Görlitz am Wochenende wird das positive Konzept eines Taktfahrplans weiter konterkariert. Man braucht sich beim Taktfahrplan nur die Abfahrtsminute seines Zuges merken, da täglich ein stündliches Angebot besteht. Künftig muss nun doch wieder in den Fahrplan gesehen werden“, klagt Jens Bitzka, Sprecher des bündnisgrünen Kreisverbands Bautzen. Seine Landtagsfraktion arbeitet an einer Konzeption, alle Orte in Sachsen mit Zug, Bus oder sog. alternativen Bedienformen mindestens im Stundentakt zu bedienen. Die vorhandenen Bundesmittel für den ÖPNV würden für diese zukunftsweisende Strategie ausreichen, der Freistaat Sachsen müsste die Mittel lediglich entsprechend ihres eigentlichen Verwendungszwecks einsetzen.

 

Für Thomas Pilz, Sprecher des benachbarten Kreisverbands Görlitz, ist die Streichung des Spätzuges Dresden – Zittau von Montag bis Donnerstag und an Samstagen ein weiterer Schritt, die Oberlausitz abzukoppeln: „War es bislang für BewohnerInnen von Zittau und dem Oberland noch relativ problemlos möglich, abends kulturelle Veranstaltungen in der Landeshauptstadt zu besuchen, wird dies ab Dezember nur noch eingeschränkt möglich sein!“

 

Der Zittauer Verkehrsplaner und Sprecher der bündnisgrünen Landesarbeitsgemeinschaft Verkehr, Matthias Böhm, ärgert sich, dass der ZVON den Pendlerverkehr stärker wichtet als den Freizeitverkehr: „WochenendpendlerInnen werden am Sonntag wohl eher aus der Oberlausitz Richtung Westen fahren und den Spätzug der Gegenrichtung kaum nutzen. Dafür müsste der Spätzug an Samstagen fahren, denn der Freizeitverkehr hat heute bereits einen höheren Anteil am Verkehrsaufkommen als der Berufsverkehr.“

 

Die Bündnisgrünen Politiker haben auch über Alternativen zur Streichung von Zügen nachgedacht: Auf der Neißetalbahn plant der ZVON, die ersten Züge durch Rufbusse zu ersetzen. Warum soll das nicht auch beim Spätzug nach Zittau funktionieren? Der Bus verkehrt ab Bischofswerda - im Anschluss an die Regionalbahn 23:38 ab Dresden nach Görlitz. Eine weitere Möglichkeit ist das „Flügeln“ von Zügen: Der Spätzug nach Zittau fährt dabei mit der erwähnten Regionalbahn nach Görlitz zusammengekoppelt bis Bischofswerda und wird dort getrennt. So funktioniert dies bereits beim vorletzten Zug. Dadurch werden die stark gestiegenen Trassenkosten (Entgelte für die Gleisnutzung) zumindest für einen Zug zwischen Dresden und Bischofswerda eingespart.

 

Die Tourismusbranche klagt seit Jahren, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Zittauer Gebirge bei 2 bis 3 Übernachtungen stagniert. Wenn man die Aufenthaltsdauer in Deutschlands kleinstem Mittelgebirge verlängern will, müssen den UrlauberInnen interessante Tagesausflüge, z.B. nach Dresden, angeboten werden. Da muss dann aber auch abends das ÖPNV-Angebot mitspielen.