Bündnisgrüne denken „Zipfelzug“ weiter, Alternativen zur Neubaustrecke Seifhennersdorf - Rumburk

Mit dem Lückenschluss Sebnitz/Dolni Poustevna und der Einrichtung durchgehender Züge von Rumburk über Bad Schandau bis Decin als „Nationalparkbahn“ kommt auch Bewegung in den östlichen Grenzraum des sog. Schluckenauer Zipfels: Der Wunsch, den „Zipfelzug“ auf vorhandenen Gleisen bis Ebersbach zu verlängern, liegt auf der Hand. Die neue bündnisgrüne Kreisrätin Franziska Schubert aus Ebersbach-Neugersdorf, die auch für den Landtag kandidiert, fordert eine Durchbindung gleich bis Löbau oder Görlitz. „Das Oberland ist im ÖPNV extrem schlecht an unsere neue Kreisstadt Görlitz angebunden. Während der Streckenabschnitt Rumburk – Ebersbach eher touristische Bedeutung hätte, könnte die Verlängerung bis Görlitz durch Nutzung von PendlerInnen zu einer verbesserten Gesamtwirtschaftlichkeit der Strecke beitragen“, meint Schubert.

 

Franziska Schubert

Matthias Böhm

Bündnisgrüne denken „Zipfelzug“ weiter, Alternativen zur Neubaustrecke Seifhennersdorf - Rumburk 

Mit dem Lückenschluss Sebnitz/Dolni Poustevna und der Einrichtung durchgehender Züge von Rumburk über Bad Schandau bis Decin als „Nationalparkbahn“ kommt auch Bewegung in den östlichen Grenzraum des sog. Schluckenauer Zipfels: Der Wunsch, den „Zipfelzug“ auf vorhandenen Gleisen bis Ebersbach zu verlängern, liegt auf der Hand. Die neue bündnisgrüne Kreisrätin Franziska Schubert aus Ebersbach-Neugersdorf, die auch für den Landtag kandidiert, fordert eine Durchbindung gleich bis Löbau oder Görlitz. „Das Oberland ist im ÖPNV extrem schlecht an unsere neue Kreisstadt Görlitz angebunden. Während der Streckenabschnitt Rumburk – Ebersbach eher touristische Bedeutung hätte, könnte die Verlängerung bis Görlitz durch Nutzung von PendlerInnen zu einer verbesserten Gesamtwirtschaftlichkeit der Strecke beitragen“, meint Schubert. 

Auch der Zittauer Verkehrsplaner Matthias Böhm, der für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wieder in den Zittauer Stadtrat einziehen möchte, macht sich Gedanken zu den Neubauplänen einer Verbindungskurve von Seifhennersdorf nach Rumburk: Er hat vor 12 Jahren als erster Geschäftsführer der Sächsisch-Böhmischen Eisenbahngesellschaft die „Mandaubahn“ wieder ins Rollen gebracht: „Zumindest als kostengünstige Übergangslösung könnte man den TRILEX von Seifhennersdorf über Eibau bis Ebersbach kurzfristig verlängern. Würde Ebersbach zu einem Taktknoten ausgebaut, hätte man nicht nur Richtung Rumburk gute Anschlüsse“, plant Böhm und führt damit die Forderung von Franziska Schubert zusammen.

Aber auch für den Fall, dass unter veränderten politischen und finanziellen Rahmenbedingungen eine Neubaustrecke greifbar würde, schlägt Böhm andere Lösungen vor: „Die Trassierung durch das Kaltbachtal erschließt weder in Seifhennersdorf noch in Rumburk zusätzliche Fahrgastpotenziale!“ Nach dem Vorbild des „Karlsruher Modells“ plädiert er für eine straßenbahnähnliche Trassierung entlang der durchgehenden Siedlungsachse zwischen den Bahnhöfen Seifhennersdorf und Rumburk. Der Nahverkehrsexperte erinnert an die auf Eis gelegten Pläne einer „Regiotram Neiße“: Liberecer 2-System-Straßenbahnen könnten entlang der Mandau bis Rumburk fahren. Die Stadt Varnsdorf hat mit der Errichtung von 2 neuen Haltepunkten im letzten Jahr schon erste Pflöcke eingeschlagen: Die bessere Erschließung der Region mit der Bahn ist wichtiger als „Hochgeschwindigkeitszüge“, die an den Menschen vorbeisausen.