Bündnisgrüne in Görlitz wollen mehr Grünflächen auf Industriebrachen

Stadtrat Prof. Dr. Joachim Schulze von Bündnis 90/ Die Grünen fordert eine Klimastudie, damit die Folgen des Klimawandel für Görlitz langfristig bewältigt werden können. Ziel ist es, die Lebensqualität in der Stadt zu steigern.

Das Görlitz muss grüner werden. Nur so sind die Folgen des globalen Klimawandels für die Stadt in Zukunft noch beherrschbar. Trockene und heiße Sommer, Starkregen und Hochwasser, Tornados sind immer häufiger auftretende Phänomene. Während die Stadt an den Ursachen verhältnismäßig wenig ändern kann, sehen die Grünen Chancen, das Görlitzer Mikroklima zu beeinflussen. „Um die Möglichkeiten im Detail zu untersuchen, bedarf es einer Klimastudie für Görlitz“, sagt Schulze. „Die Fraktion Bürger für Görlitz/Bündnis 90-Grüne will im Stadtrat 2013 eine solche Studie in die Wege leiten.“ Diese soll sich vor allem mit der Erweiterung und Vernetzung der städtischen Grünflächen beschäftigen. „Damit wollen wir besonders die Zahl der tropischen Nächte, in denen das Thermometer im Sommer nicht unter 20 Grad fällt, reduzieren“, erklärt Schulze. Denn Grünflächen speichern weniger Energie an heißen Tagen. „Görlitz ist zwar schon sehr grün, aber unsere zahlreichen Industriebrachen bieten uns gute Möglichkeiten, die bepflanzten Flächen noch zu erweitern“, so Schulze. Die geplante Klimastudie wird verfügbare Flächen katalogisieren und eine etwaige Umwandlung in Grünanlagen prüfen. Auch Hausdächer sollen mit erfasst werden. Eine besondere Chance sieht Schulze in den weitläufigen Anlagen der Deutschen Bahn. „Hier könnten die breiten Ränder neben den Gleisen bepflanzt werden, wodurch ein grüner Korridor entstehen würde.“ „Dieser könne im Sommer einen kühlen Luftstrom in die Stadt leiten.“ Einen positiven Nebeneffekt der verstärkten Begrünung sieht Schulze in einer Reduzierung der Feinstaubkonzentration. Denn während man auch hier wenig an den Ursachen ändern könne, würden lokale Lösungen die Luftverschmutzung reduzieren. „Dafür müssen wir in Görlitz selbst etwas tun.“ So würden die Grünflächen den Staub besser binden und somit die Belastung der Bürger mindern und die Stadt attraktiver machen. „Vor allem Kinder und Ältere sind hier ja die Leidtragenden.“ Wie weiterhin die Luftqualität verbessert werden kann, wird nach Schulzes Wunsch auch ein Teil der Studie werden.