„Der Euro steckt nicht in der Krise“

In den letzten Wochen überschlugen sich die Ereignisse zur „Rettung des Euros“. Deswegen hat der bündnisgrüne Stadt- und Regionalverband Zittau vorletzten Dienstag, den 29. Mai 2012, den Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn zu einem Infoabend eingeladen. Der Einladung sind außerdem zehn interessierte BürgerInnen gefolgt, die die Möglichkeit hatten in einer gemütlichen, aber anregenden Gesprächsatmosphäre mit Stephan Kühn zu diskutieren.

 

„Nicht der Euro ist in der Krise, sondern die europäischen Banken und Staatshaushalte“, stellte Kühn als These in den Raum.

 

„Da die Eurokrise aber nicht nur Einfluss auf die ökonomischen Sachverhalte in Europa hat, sondern auch auf soziale und gesellschaftliche Fragestellungen, ist es wichtig,

Stephan Kühn, MdB, im Café Jolesch

von Philipp Schwarzbach

In den letzten Wochen überschlugen sich die Ereignisse zur „Rettung des Euros“. Deswegen hat der bündnisgrüne Stadt- und Regionalverband Zittau vorletzten Dienstag, den 29. Mai 2012, den Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn zu einem Infoabend eingeladen. Der Einladung sind außerdem zehn interessierte BürgerInnen gefolgt, die die Möglichkeit hatten in einer gemütlichen, aber anregenden Gesprächsatmosphäre mit Stephan Kühn zu diskutieren.

„Nicht der Euro ist in der Krise, sondern die europäischen Banken und Staatshaushalte“, stellte Kühn als These in den Raum.

„Da die Eurokrise aber nicht nur Einfluss auf die ökonomischen Sachverhalte in Europa hat, sondern auch auf soziale und gesellschaftliche Fragestellungen, ist es wichtig, auf das Gesamtpaket zu achten“, stellte Horst Schiermeyer, Sprecher des SRV Zittau, fest. Stephan Kühn verwies deshalb auf den im März gefällten Beschluss der grünen Bundestagsfraktion, der auf ein gemeinsames europäisches Investitionsprogramm setzt. „Ziel ist es, dass neben Sparanreizen auch Anreize für Investitionen und damit Arbeitsplätze in nachhaltige Technologien entstehen“, so Kühn.

Lüder Thienken, europapolitischer Sprecher des Kreisverbandes Görlitz, konstatierte außerdem: „Das eigentlich Unerhörte an dem derzeitigen Vorgehen ist die Vergemeinschaftung der Anlagerisiken (hier Kreditausfälle) nach Gewinnschöpfung durch die Anleger. Will man die Europäische Idee retten, müssen private Anleger und Institute deutlich durch einen so genannten „haircut“ (Kreditabschreibungen) mit in die Verantwortung genommen werden. Nur durch eine spürbare Beteiligung der wohlhabenden und risikobereiten Anleger an den Kosten der Krise sind die Sparmaßnahmen bzw. staatlich finanzierten Hilfsprogramme den europäischen Steuerzahlern zu vermitteln.“