Einkaufszentrum Neustadt - Chancen oder Risiken ?

Das Projekt für ein Einkaufszentrum an der Albertstraße in Zittau bietet unserer Auffassung nach nicht nur Chancen oder Risiken, sondern beides:

 

(1.) Wir sehen in dem geplanten Einkaufszentrum eine Chance, die Innenstadt Zittaus zu beleben, ein Stück weit die alte Rolle Zittaus als Handelsstadt wieder zu erlangen, Kunden auch aus den Nachbarländern anzuziehen und damit auch zum Zusammenwachsen im Dreiländereck beizutragen.

Philipp Schwarzbach, Sprecher SRV Zittau

Positionspapier des Stadt- und Regionalverbandes Zittau

Das Projekt für ein Einkaufszentrum (kurz: EKZ) an der Albertstraße in Zittau bietet unserer Auffassung nach nicht nur Chancen oder Risiken, sondern beides:  
 
(1.) Wir sehen in dem geplanten Einkaufszentrum eine Chance, die Innenstadt Zittaus zu beleben, ein Stück weit die alte Rolle Zittaus als Handelsstadt wieder zu erlangen, Kunden auch aus den Nachbarländern anzuziehen und damit auch zum Zusammenwachsen im Dreiländereck beizutragen. 
 
Wir begrüßen, dass das Konzept für das EKZ nicht eine Ausrichtung nach innen mit zentraler Halle (Bsp. Kornmarktcenter in Bautzen) sondern stärker nach außen vorsieht. Dies bietet die Chance, dass das Zentrum nicht eine „Insel“ im Stadtgebiet wird, sondern mehr Menschen dazu bringt, auch die anderen Straßen und Plätze der Innenstadt aufzusuchen. 
 
Wir haben aber Bedenken wegen der schieren Größe des Zentrums in einer z.T. sehr kleinteiligen Umgebung, des dadurch angezogenen Autoverkehrs und des beabsichtigten Verlustes von 13 Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen. Der Zustand und die Bedeutung dieser Häuser ist sehr unterschiedlich. Manche sind bereits saniert. 
 
Wir treten dafür ein, bestehende Denkmale zu erhalten und gegebenenfalls in das Zentrum zu integrieren.  
 
Bezüglich der Fassadengestaltung des Zentrum halten wir einen Architektenwettbewerb für sinnvoll und für die Frage der Integration des Zentrums in die Stadt ein Verträglichkeitsgutachten. 
 
Wir fordern, dass die Fassaden des Einkaufszentrums sich an der umgebenden, gerade in der Franz-Könitzer-Straße sehr kleinteiligen, Struktur orientieren.  
 
(2.) Der Bau des EKZ und sein Betrieb werden das Leben in der Stadt stark verändern. Eine intensive Debatte darüber hat bereits begonnen. Soll dies die Stadt nicht dauerhaft spalten, soll vermieden werden, dass ein Investruine die historische Innenstadt verschandelt, bedarf es sorgfältiger Planung und einer intensiven Einbeziehung aller Bürger, die sich hiervon betroffen sehen. 
 
Wir begrüßen daher, dass das EKZ nicht über eine einfache Baugenehmigung sondern über ein ordentliches Bauplanungsverfahren auf den Weg gebracht werden soll, so dass schon dadurch eine gewisse Bürgerbeteiligung erfolgt. 
 
Wir fordern aber, die interessierten Bürger – gerade die Einwohner und Händler der Innenstadt – angesichts der großen Bedeutung des Vorhabens nicht nur über bloße Anhörungen und Informationsveranstaltungen zu „beteiligen“, sondern intensiv in den Planungsprozess einzubeziehen. 
 
Beschlossen auf der Mitgliederversammlung des Stadt- und Regionalverbandes Zittau von Bündnis 90 / Die Grünen am 19.09.2011