Fahrplanwechsel: Angebotsoffensive der Bahn fährt an Sachsen vorbei

Zum Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn am 9. Dezember erklärt Stephan Kühn, sächsischer Bundestagsabgeordneter und Sprecher für Verkehrspolitik der Grünen-Bundestagsfraktion:

 

„Deutschlandweit verbessert sich durch den Fahrplanwechsel das Angebot für die Bahnkunden. Die Verbindung Stuttgart-Düsseldorf erhält bis zu drei zusätzliche ICE-Fahrten am Tag und die Sprinterverbindung zwischen Berlin, Erfurt und München wird von bisher drei auf fünf Fahrten je Tag und Richtung ausgeweitet. An Sachsen fährt die Angebotsoffensive der Deutschen Bahn jedoch vorbei.

 

Dresden bleibt als Landeshauptstadt schlecht angebunden

Trotz der hohen Nachfrage erhält die sächsische Landeshauptstadt auch nach dem Fahrplanwechsel keine weiteren Fernverkehrsdirektverbindungen nach Berlin. Wer noch nach 19 Uhr von Dresden in die Bundeshauptstadt will, muss die teuren ICE-Verbindungen über Leipzig wählen und dafür auch noch länger fahren. Ein besseres Förderprogramm für den Fernbus ist kaum vorstellbar. Damit wird die Bahn keine neuen Kunden gewinnen.

 

Chance für Chemnitz verpasst – neue Intercity-Verbindung nur bis Gera 

Auf der Mitte-Deutschland-Verbindung verkehren ab Dezember vom Freistaat Thüringen bestellte Intercity-Züge von Köln kommend über Erfurt und Jena bis nach Gera. Sachsen hat die Chance vertan, mit einer Verlängerung nach Chemnitz wieder eine umsteigefreie Verbindung zwischen Ostthüringen und Südwestsachsen zu schaffen. Verkehrsminister Dulig muss sich jetzt mit der Thüringer Landesregierung und der Deutschen Bahn an einen Tisch setzen, sodass das Angebot zum nächsten Fahrplanwechsel bis Chemnitz verlängert wird.

 

Der Fernverkehr macht um die Lausitz weiter einen Bogen 

Die umsteigefreie grenzüberschreitende Verbindung von Dresden nach Wroclaw fällt mit dem Fahrplanwechsel weg. Die Elektrifizierung der Bahnstrecken kommt in Polen, aber nicht in Deutschland voran. Ab Sonntag müssen Fahrgäste einmal im polnischen Węgliniec umsteigen. Bei der Elektrifizierung der Lausitzer Strecken Dresden-Görlitz und Cottbus-Görlitz müssen wir auf die Tube drücken. Die Deutsche Bahn hat mit dem neuen Fahrplan zugleich die Chance verpasst, die Region an den Fernverkehr anzubinden. Die Eurocity-Verbindung Berlin-Wroclaw wird nicht über die fertiggestellte niederschlesische Magistrale geführt, sondern über Frankfurt/Oder und Zielona Góra. Die Lausitz bleibt ein großes Fernverkehrsloch.“ 

 

Stephan Kühn MdB
Mitglied im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur

Sprecher für Verkehrspolitik

 

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