Fahrradfreundliches Zittau?! Bericht von der Veranstaltung am Dienstag, 5. November 2013 in der Hillersche Villa Zittau

Am 05.11. fand im Zittauer Cafe Jolesch eine Podiumsveranstaltung zum Radverkehr in Zittau statt. Dabei diskutierte Eva Jähnigen (verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Konrad Krause (ADFC) und Matthias Böhm (GRÜNER Stadtrat Zittau) vor und mit über 30 Gästen.

 

Zunächst stellte Konrad Krause den ADFC-Klimatest vor, an dem sich in Zittau etwa 150 Bürger beteiligt haben. Zwar erzielte Zittau innerhalb Sachsens das drittbeste Ergebnis - mit einer Durchschnittsnote von 3,9 bundesweit allerdings nur den 160. Platz. Dabei gab es in Zittau gute Noten beispielsweise für die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, gemessen an den sächsischen Konkurrenten ist auch die Akzeptanz von Radfahrern als Verkehrsteilnehmer in Zittau besser.

Am 05.11. fand im Zittauer Cafe Jolesch eine Podiumsveranstaltung zum Radverkehr in Zittau statt. Dabei diskutierte Eva Jähnigen (verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Konrad Krause (ADFC) und Matthias Böhm (GRÜNER Stadtrat Zittau) vor und mit über 30 Gästen.

Zunächst stellte Konrad Krause den ADFC-Klimatest vor, an dem sich in Zittau etwa 150 Bürger beteiligt haben. Zwar erzielte Zittau innerhalb Sachsens das drittbeste Ergebnis - mit einer Durchschnittsnote von 3,9 bundesweit allerdings nur den 160. Platz. Dabei gab es in Zittau gute Noten beispielsweise für die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, gemessen an den sächsischen Konkurrenten ist auch die Akzeptanz von Radfahrern als Verkehrsteilnehmer in Zittau besser.

Eva Jähnigen zeigte hingegen in ihrem Vortrag die strukturellen Schwächen des Radverkehrs in Sachsen auf - mag das drittbeste Ergebnis sachsenweit für Zittau gut klingen, so ist es bundesweit im höchsten Maße verbesserungswürdig. Dies gilt insbesondere für eine Stadt mit einem derartigen Potenzial, Zittau ist Hochschulstandort und an internationalen Fernradwegen gelegen. "Investitionen des Freistaats von 88 Cent für jeden Einwohner sind nicht nur ein Bruchteil dessen was dem Autoverkehr zur Verfügung gestellt. Es ist auch der letzte Platz deutschlandweit und ein Eingeständnis des Regierung unseres Freistaats zum vernichtend geringen Stellenwert. Die Kommunen werden allein gelassen mit einer fahrradgerechten Planung."

Matthias Böhm widmete sich den lokalen Problemen. Der Innenstadtring als Bundesstraße stand dabei im Kern aller Überlegungen. Hier stimmte das Publikum zu, dass die Befahrung des Innenstadtrings mit dem Fahrrad selbstmörderisch ist, aber eine sichere, umwegfreie Radfahrerführung unbedingt notwendig ist. Er präsentierte Lösungsvorschläge für einzelne Konfliktstellen, betonte aber gleichzeitig, dass eine ganzheitliche Planung zu besseren Ergebnissen führt.

In der Diskussion dominierten zwei Themen: der Innenstadtring und die  Ausschöpfung touristischer Potenziale durch die Fernradwege. Während am Thema Innenstadtring ein klarer Konsens herrschte, dass hier eine durchgehende und umwegfreie Radverkehrsführung ohne sogenannten "Bettelampeln" (Anforderung von Grünlicht für Querungen mit Wartezeiten von mindestens 60, teilweise aber über 120 Sekunden) alternativlos ist, gab es bei der touristischen Förderung kontroversere Standpunkte. Einerseits wurde kritisiert, dass das Tourismusmarketing nicht ausreichend ist, andererseits festgestellt, dass die Wegeführung an der Stadt an Fernradwegen vorbei durchaus üblich ist. Eine einfache Abhilfe könnten Hinweisschilder zum Zentrum sein. Hier besteht Hoffnung, dass diese kostengünstige Variante schnell umgesetzt werden kann. Abseits der Radtouristen ist aber generell eine bessere Beschilderung notwendig, um auch den Einheimischen einen höheren Naherholungswert bieten zu können: An Radwegen in der Umgebung mangelt es nicht, wohl aber an gelungenen Zuführungen.

Eva Jähnigen resümiert: "Zittau hat hohes Potenzial, aber gemessen daran ist noch sehr viel zu tun. Bessere Leitsysteme für Radtouristen sind nicht teuer, aber effektiv. Radfahrer sind aber keine krasse Minderheit mehr, sodass auch komplizierte Projekte wie eine umwegfreie Radverkehrsführung am Ring angegangen werden müssen."

Um den fachlichen Austausch über die Stadtgrenzen hinaus zu pflegen, bietet sich die Teilnahme an der 2. Sächsischen Radkonferenz in Chemnitz am 7.12. an. Dort wird unter anderem unter dem Titel "Vernetzt euch! Wissensaustausch als Antrieb erfolgreicher Radverkehrspolitik am Beispiel Nordrhein Westfalen" die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen  vorgestellt.

Hintergrund

Eva Jähnigens Vortrag

Konrad Krauses Vortrag

Matthias Böhms Vortrag

Matthias Böhms Positionspapier zum Radverkehr in Zittau

Auswertung der Großen Anfrage der GRÜNEN im Sächsischen Landtag zum Thema Radverkehr

ADFC Fahrrad-Klima-Test 2012

Städtevergleich Verkehrserhebung "Mobilität in Städten - SrV 2008"