Geplatzte Träume rund um den Bau der B 178n

Horst Schiermeyer, Sprecher des bündnisgrünen Stadt-und Regionalverbandes Zittau, zum Artikel „So schnell geht’s auf der neuen B178 zur Autobahn“ in der SZ am 8.Februar:

 

Ich hatte bereits im Jahr 1998 als Bundestagskandidat plakatiert: „B 178 – Ausbau jetzt mit Ortsumfahrungen für Löbau und Herrnhut statt Neubau 2010“. Mit dem Datum hatte ich mich dabei allerdings gründlich getäuscht. 2013 ist die B 178n noch lange nicht fertig und ihre Fertigstellung nicht abzusehen ...

Horst Schiermeyer, Sprecher des bündnisgrünen Stadt-und Regionalverbandes Zittau,  zum Artikel „So schnell geht’s auf der neuen B178 zur Autobahn“ in der SZ am 8.Februar:

Ich hatte bereits im Jahr 1998 als Bundestagskandidat plakatiert: „B 178 – Ausbau jetzt mit Ortsumfahrungen für Löbau und Herrnhut statt Neubau 2010“. Mit dem Datum hatte ich mich dabei allerdings gründlich getäuscht. 2013 ist die B 178n noch lange nicht fertig und ihre Fertigstellung nicht abzusehen ...

Jeder, der die alte B 178 schon einmal befahren hat, erkennt mühelos, an welchen Stellen Überhol- und Abbiegespuren hätten angelegt werden können sowie Rad- und Fußwege, die den langsamen Verkehr von der Straße holen. Das alles hätte sich im vereinfachten Planfeststellungsverfahren oder sogar ohne und für viel weniger Geld und Schritt für Schritt realisieren lassen. Die Ortsumfahrung Löbau hätte mit der B 178 bei Ebersdorf und die B 6 in Bautzen direkt mit der Autobahnauffahrt Bautzen-Ost verbunden werden können. Man hätte eine – sicherlich nicht einfache – ortsnahe Umfahrung von Herrnhut bauen oder auch nach österreichischem Vorbild einen kurzen Tunnel unter Herrnhut prüfen können. Aber man wollte nicht.

Eine schlagkräftige Lobby hatte nach der Wende Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre den Traum von einer „Oberlausitzautobahn“ von Liberec bis Cottbus. Mit der Entscheidung der Staatsregierung im Jahr 1996 für die A 17 als Autobahn nach Tschechien war dieser Traum eigentlich passé, aber sie haben es trickreich geschafft, aus zwei notwendigen Ortsumfahrungen eine Neubaustrecke zu konstruieren und diese nach Weißenberg statt weiter westlich Richtung Bautzen zu führen wie ursprünglich vorgesehen. Von Weißenberg aus könnte man dann irgendwann die B 178 Richtung Cottbus verlängern ... Diesem Traum wurde die schnelle Verbesserung des Anschlusses von Zittau Richtung Nord-Westen geopfert.

Die Initiative für den schnellen Ausbau der B 178 – die so geannte ISA B 178 e.V. – hatte 2006 erklärt: „Kommen Bundes- und Landespolitiker in unsere Region, werden sie nicht aufgefordert, die Zittauer Hochschulen, die Industrie, Landwirtschaft und den Tourismus zu fördern. Hauptthema ist immer die B 178 neu, die angebliche ‚Lebensader der Region‘, die bestenfalls erreichen kann, dass Zittau so schnell zu erreichen ist wie heute Löbau (um wie viel besser geht es Löbau als Zittau ???). Also braucht sich Berlin und Dresden um die anderen Probleme auch nicht zu kümmern ... Wie viele verpasste Chancen, wie viele Arbeitsplätze hat diese Politik schon gekostet ...“

Das alles ist inzwischen freilich Geschichte. Aber es wäre schon mal interessant, wenn man nun damit beginnt, sie aufzuarbeiten ...