Gute Resonanz bei "Perspektiven nach der Kohle"

Am 22. Febr. luden Bündnis 90/Die Grünen zum Bürgerdialog über die Zukunft der Lausitz nach dem Kohlausstieg. Viele folgten der Einladung.

Bis auf den letzten Platz gefüllt - Café Jolesch

Das Interesse überraschte die Veranstalter: Stühle mussten nach geholt werden, nachdem der Seminarraum im Café Jolesch bis auf den letzten Platz gefüllt war. Eingeladen hatte der Grüne Kreisverband, um über die Perspektiven nach dem Kohlausstieg für die Lausitz zu diskutieren. Gewagt, da Zittau ja bekanntlich weit weg von diesen Brennpunkten der Energiewende liegt. Der Zuspruch und die kompetenten Gesprächspartner machten deutlich, dass auch der Süden der Oberlausitz zum Lausitzer Strukturwandel gehört. Mit Dr. Gerd Lippold (MdL Grüne) war ein anerkannter Energie- und Wirtschaftspolitiker in der Runde, der deutlich machte, dass es nicht von uns in der Lausitz abhängt, wann der Kohleausstieg kommt, sondern es die Klimaschutzpläne der Bundesregierung sind, die einen zügigen Zeitplan vorgeben. Deshalb, so Lippold, brauchen wir auch keinen Plan B irgendwann, sondern einen neuen Plan A jetzt für die Lausitz. Den bisherigen wird es so nicht mehr geben. Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zittau) und Bürgermeister Andreas Förster (Olbersdorf) brachen eine große Lanze für ein Mitspracherecht der Kommunen bei diesem Transformationsprozess. Ob es der Breitbandausbau, die Erreichbarkeit der Region mit der Bahn oder mit dem Auto ist - hierfür muss der Strukturwandel grundlegendes leisten, was bisher versäumt wurde und die Region in den Nachteil bringt. Mitunter würde es schon reichen, so beide Bürgermeister, wenn die Landesregierung ihre eigenen Pläne für die Attraktivität des ländlichen Raumes nicht nur zu Papier sondern auch in die Realität bringen würde. Dann stünden den Kommunen mehr Geld zur Verfügung, was ein mehr an Motivation, Eigeninitiative bis hin zu wirtschaftlicher Kreativität bedeuten könnte. Prof. Löhr vom Internationalen Hochschulinstitut in Zittau ging etwas tiefer: er verlangte, sich darüber klar zu werden, für was die Region stehen will, was in 20 oder 30 Jahren aus diesem Raum bekannt sein wird. Auf dieser Basis sollten die Zukunftspläne entwickelt werden. 

Fazit: Gelungener Auftakt und Bestätigung: die Menschen in der Region sind das größte Potential für den Strukturwandel. Nächste Veranstaltung: 2. März, 18:00 Uhr Steinhaus Bautzen mit Stephan Kühn MdB und OB Alexander Ahrens.

 

Thomas Pilz, Sprecher Kreisverband