Wie kann das verkleinerte Innenstadt-Center doch noch zum Erfolg werden? Bündnisgrüne enttäuscht über Ablehnung ihres Änderungsantrages

Die Bündnisgrünen im Stadt- und Regionalverband Zittau sind angesichts der Ablehnung ihres mit der SPD in den Stadtrat eingebrachten Änderungsantrags enttäuscht. Der Antrag hatte zum Inhalt, den Center-Investor AVW und die Stadtverwaltung aufzufordern, das Projekt nachzubessern und als Ergänzung Konzepte für ein genutztes Obergeschoss, für die Sanierung der Südseite der Albertstraße sowie für die Vermarktung der gesamten Innenstadt als "Erlebnis-Einkaufszentrum" zu entwickeln.

 

 

 

Matthias Böhm

Die Bündnisgrünen im Stadt- und Regionalverband Zittau sind angesichts der Ablehnung ihres mit der SPD in den Stadtrat eingebrachten Änderungsantrags enttäuscht. Der Antrag hatte zum Inhalt, den Center-Investor AVW und die Stadtverwaltung aufzufordern, das Projekt nachzubessern und als Ergänzung Konzepte für ein genutztes Obergeschoss, für die Sanierung der Südseite der Albertstraße sowie für die Vermarktung der gesamten Innenstadt als "Erlebnis-Einkaufszentrum" zu entwickeln.

Der vom AVW-Vertreter Schiff ins Spiel gebrachte Vorschlag, die Stadt könne ja ihr Technisches Rathaus in ein Obergeschoss des Centers verlegen, sieht Stadtrat Matthias Böhm (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) als guten Denkanstoß: Zwar hat sich der Stadtrat erst kürzlich erneut zur Uhreninsel als künftigen Standort des Technischen Rathauses bekannt und das Vorhaben Breite Str. 2 auch im Haushalt verankert, Böhm verweist aber auf das Stadtentwicklungskonzept (SEKO), das neben dem Umzug des Technischen Rathauses für das ehemalige Armeegelände die Verlagerung aller Behörden und Dienstleistungen in die Innenstadt vorsieht. Seine Fraktion hatte im Februar einen entsprechenden Antrag für ein Gesamt-Umzugskonzept mit Zeitschiene eingebracht, der von den anderen StadträtInnen aber stark verwässert wurde. „Hier hätte man schon viel weiter sein können“, ärgert sich Böhm.

Obwohl im Vorfeld von mehreren anderen Stadträten Lob für den Änderungsantrag geäußert wurde, fand er nur vier Ja-Stimmen (darunter die drei der einreichenden Fraktion). Der CDU-Fraktionsvorsitzende Johne nörgelte, die im Änderungsantrag geforderten Untersuchungen würden nicht nur den Investor, sondern auch die Stadt Zittau Geld kosten. Böhm verweist auf den Aspekt der Wirtschaftsförderung: „Wenn die Stadt mit diesen Untersuchungen etwas bewegen kann, ist das doch gut angelegtes Geld für die Wirtschaftsförderung, das dann über zusätzliche Steuereinnahmen zurückfließt.“

Der Stadtrat hat dem kleineren Einkaufscenter mit Lebensmittelhandel, Reno und dem Umzug von Rossmann aus der Frauenstraße zugestimmt. „Das ursprüngliche Ziel einer Magnetwirkung für die Innenstadt kann so nicht erreicht werden“, sagt Frank Dingeldey, der auch auf der bündnisgrünen Liste für den neuen Stadtrat kandidiert. Stadtrat Böhm sieht in seiner Zustimmung zum verkleinerten Center aber die Chance, dass der neue Stadtrat nach dem 31.08.2014 den nun neu aufzurollenden Bebauungsplan des Fachmarktzentrums doch noch in die richtige Richtung lenkt. Eine Ablehnung hätte den Dornröschenschlaf an der Albertstraße wohl nur verlängert.