Zittauer Bündnisgrüne schlagen Theater-Zweckverband vor

Horst Schiermeyer

von Horst Schiermeyer

Soll Zittau sich wieder an der Gerhart-Hauptmann-Theater GmbH beteiligen? Von verschiedenen Seiten wird dies vorgeschlagen, um eine angesichts der Kürzung der Kulturraumförderung, der Tarifvertragsverhandlungen und des Görlitzer Übergewichts in der GHT-GmbH befürchtete Abwicklung des Zittauer Theaters als eigenständiger Spielstätte zu verhindern. Wir meinen ebenfalls, dass das Zittauer Theater einen größeren Rückhalt braucht. Allerdings sehen wir dabei ein wichtiges Problem:

In Zittau leben knapp 28.000 Einwohner, in Görlitz fast doppelt so viele. Eine Stadt in der Größe Zittaus ist zu klein, um selbst ein Theater zu tragen, weshalb seit den 90er Jahren die Trägerschaft in zwei Schritten auf den Landkreis überging. Dies war auch sinnvoll, da das Theater heute mit seinen Spielstätten in Zittau und Jonsdorf (Waldbühne) nicht nur ein Theater der Zittauer sondern ein Theater aller Einwohner im südlicheren Landkreis ist. Durch die Bildung des Großkreises hat sich diese Situation verändert: Für einen Einwohner von Weißwasser oder Schleife ist das Zittauer Theater nicht „sein“ Theater. Dies macht es schwierig, die volle Solidarität des ganzen Kreises für den Theaterstandort Zittau einzufordern.

Zittau selbst ist wirtschaftlich zu schwach, um sowohl Sitzgemeindeanteil als auch anteilig den Trägeranteil für ein Theater zu tragen. Allerdings leben in Zittau und seiner Umgebung - je nach Zählweise - 50.000 bis 90.000 Menschen. Das wären ausreichende Größen, um ein Theater (mit-)zu tragen. Verschiedene kommunale Aufgaben werden von den hiesigen Gemeinden heute schon gemeinsam getragen, so in Abwasserzweckverbänden, in der Touristischen Gebietsgemeinschaft, beim Naturpark Zittauer Gebirge und beim Trixi-Bad. Als Bündnisgrüne meinen wir, dass dazu auch die gemeinsame Mitträgerschaft für das Theater kommen sollte.

Wir schlagen daher vor, einen "Theater-Zweckverband" zu bilden, der den Sitzgemeindeanteil der Stadt trägt und an der Theater-GmbH beteiligt ist, somit anteilig den Kreis als Hauptgesellschafter entlastet. Dabei sollte die Stadt das einbringen, was sie bisher als Sitzgemeindeanteil trägt (ca. 535.000 €) und die Beteiligung der Nachbargemeinden kann dann als zusätzliche Finanzierung in die GHT-GmbH fließen.

In früheren Jahren mag ja mancher insgeheim gedacht haben: "Warum soll man für etwas bezahlen, das man auch umsonst mitnutzen kann?" Eine solche Denkweise funktioniert wegen der veränderten Rahmenbedingungen heute nicht mehr. Wir stehen vielmehr vor der Alternative: "Entweder kommunale Solidarität und Beteiligung oder kein Theater mehr in unserer Region" ...