Leserbrief

gegen das Raumordnungsverfahren für das Vorhaben Neuaufschluss Kiessandlagerstätte „Berzdorf Ost“

Hagenwerder gehörte  zu den hochgradig durch den Kohleabbau und das gleichnamige Kraftwerk belasteten Regionen. Erst seit einigen Jahrern kann man erkennen, dass  die Natur sich wieder erholt. Die Menschen in Hagenwerder und Umgebung haben  ihre ganze Hoffnungen auf die Entwicklung des Naherholungsgebietes Berzdorfer See gesetzt.
Tourismus als sanfte Wirtschaftsform, die viele Arbeitsplätze schafft.
Die durch den nun geplanten Kiesabbau verursachten Bodenverluste sind irreversibel. Der Wert der Böden als Hochwasserschutz, denn wo soll das Hochwasser der Neiße hin, wenn die Sickerlandschaften fehlen, muß erhalten werden. Wie naturvernichtend der Kiesabbau ist, habe ich jahrzehntelang in meiner alten Heimat im Bereich Baden-Baden – Karlsruhe - Raststatt sehen dürfen.
Durch die Kiesgewinnung wird Kies ebenso wie Sand unter ständiger oder zeitweiser Freilegung von Grundwasser abgebaut. Dabei wird die das Grundwasser schützende Deck- und Filterschicht entnommen, wodurch es dauerhaft zur Gefahr der schädlichen Veränderung der physikalischen und biologischen Beschaffenheit des Grundwassers kommen kann. Es gibt schon genügend wissenschaftliche Abhandlungen über Kiesabbau und Wasserwirtschaft, deren Inhalt erschreckend ist.
Ein verändertes Grundwasser könnte  auch zu Schäden im naheliegenden Berdorfer See führen. Von der Gefahr geologischer Verwerfungen durch See- und Grundwasserdruck ganz zu schweigen. Wir wollen kein Scenario, bei dem Häuser im See versinken.   
Ein Naherholungsgebiet, ein Magnet für Erholungssuchende, ist der wirtschaftliche Faktor für diese Region. Wer dem Kiesabbau  widerspricht, der handelt nicht gegen die Wirtschaft, sondern für eine nachhaltige, nicht nur den Menschen vor Ort Arbeit sichernde und lebenswerte Zukunft. Er fördert damit eine reichhaltige, gesündere Umwelt, sichert ihren Fortbestand. Der Berzdorfer See, als  Symbol überstandener jahrelanger Bodenausbeutung ohne Rücksicht auf Menschen, darf nicht auf das Spiel gesetzt werden. Dieses Thema sollten alle Parteien aufgreifen, nicht nur Bündnis 90/DIE GRÜNEN, die sich dankenswerter Weise in Person von Herrn Prof. Dr. J. Schulze und Frau Astrid Günther-Schmidt hier stark engagieren, was in den Medien leider gar nicht oder nur sehr spärlich erwähnt wird. Die Berichterstattung über einen „Faßanstich“ durch zum Beispiel CDU-Politiker sollte doch nicht etwa wichtiger sein?

U. Petersen-Cassö